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Als Zielgruppe gelten 15 - 22-jährige normalbegabte und bildungsfähige männliche Jugendliche und junge Erwachsene, die ohne professionelle Hilfestellung gefährdet sind, kein selbstbestimmtes, deliktfreies Leben führen zu können. Es werden nur Jugendliche aufgenommen, deren körperliche Gesundheit eine berufliche Ausbildung zulässt.

Jugendliche, die im Burghof platziert werden, sind mit der Bewältigung ihres Alltags in den regulären Sozialisationsfeldern (Familie, Schule, Arbeit) überfordert, weil es ihnen in der Vergangenheit nicht gelang, die nötigen Selbst- und Sozialkompetenzen aufzubauen. Häufig fallen diese Jugendlichen durch eine Lernbehinderung, Drogen- und/oder Alkoholmissbrauch, Delinquenz, Verwahrlosung oder eine grundsätzliche Störung des Sozialverhaltens auf. Typisch dafür sind Verhaltensweisen wie: verbale und tätliche Aggressionen gegenüber Menschen (z.B. Beschimpfungen, Bedrohungen, Schlägereien), Gebrauch von Waffen, Tierquälerei, Zerstörung von eigenem Eigentum und dem anderer, Brandstiftung, Schwierigkeiten aus Fehlern zu lernen, Neigung, die Absichten anderer als feindselig und bedrohlich wahrzunehmen, wenig Einfühlungsvermögen für die Bedürfnisse anderer Menschen (bzw. wenig Rücksichtnahme), emotionale Unberührbarkeit und Gleichgültigkeit, Verantwortungslosigkeit (auch hinsichtlich eigener Pflichten und Ziele).

Seit Mitte der 80er Jahre hat sich der Burghof zudem ein spezialisiertes Know How im Umgang mit Jugendlichen mit schweren Entwicklungsstörungen erarbeitet. Wir unterscheiden dabei (nach Häufigkeit des Burghofklientel):

  • den emotional instabilen Typ (impulsiv oder borderline) mit Verhaltensweisen wie: häufige Verstimmungen, unerträgliche Spannungen, plötzliche Gefühlsreaktionen mit Angst, Verzweiflung, Zorn, in denen das normale Denken wie ‚abgeschaltet’ erscheint, instabile, aber heftige Beziehungsgestaltung, chronisches Gefühl von Leere oder Langeweile, Schwarz-Weiss-Denken (keine abschliessende Aufzählung)
  • den narzisstischen Typ mit Verhaltensweisen wie: grosses Bedürfnis nach Aufmerksamkeit und Bewunderung, Glaube, etwas Besonderes zu sein (bis zum Verlust der Realität), instabiles Selbstwertgefühl, Erwartung, auch ohne Leistung als überlegen anerkannt zu werden, ausbeuterisch in zwischenmenschlichen Beziehungen, Wutausbrüche, Scham, Abwertung, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden (keine abschliessende Aufzählung)
  • den schizoiden Typ mit Verhaltensweisen wie: soziale Angst, Einzelgängertum, Beeinträchtigung der Beziehungsfähigkeit, eingeschränkte Fähigkeit zur Empathie, Rollen- und Perspektivenübernahme, Bevorzugung von Aktivitäten, die alleine durchführbar sind, Einsatz von primitiven Abwehrmechanismen und Identitätsprobleme (keine abschliessende Aufzählung)